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Skibindung einstellen - Ihrer Sicherheit zuliebe


Die richtige Einstellung Ihrer Skibindung ist unerlässlich für eine zuverlässige Auslösung bei einem Sturz. Lassen Sie deshalb Ihre Skibindung jährlich über- prüfen und einstellen.

Wie funktioniert eine Bindungseinstellung

Bei der Sicherheitseinstellung wird Anhand Ihrer persönlicher Daten der Z-Wert be- rechnet bei dem Ihre Bindung auslösen soll. Für diese Berechnung gibt es zwei Mög- lichkeiten die in der DIN ISO 11088 festgelegt sind. Nach diesem Wert wird dann die Bindung mittels eines elektronischen Bindungseinstellgerätes eingestellt.

Tibia-Methode

Die Tibia-Messung wurde von Deutschland und Österreich eingeführt und basiert auf wissenschaftlichen Erkenntnissen über die Belastbarkeit des Schienbeinknochens. Hierbei wird im Kniebereich die Stärke des Schienbeinknochens am sogenannten Tibia-Kopf gemessen.

Gewichtsmethode

Diese kommt aus den USA und der Schweiz und ist seit 1994 auch in Deutschland zugelassen. Hier wird das Normalgewicht und die Körpergröße als Basiswert ver- wendet. Diese Messung basiert auf statistischen Unfalldaten und ist anscheinend nicht so genau wie die Tibia-Methode.

Unterschiede Tibia-Gewicht

Je nach persönlichem Gewichts-Tibia-Verhältnis sind Abweichungen von bis zu zwei Z-Werten zwischen den beiden Messmethoden möglich. Das erfordert einen erfahr- enen Skiverkäufer der solche Extreme erkennt und berücksichtigt. Lassen Sie sich im Zweifelsfall den Z-Wert nach beiden Methoden ausrechnen.

Feste Faktoren

Bei beiden Messmethoden werden weitere Faktoren wie das Geschlecht, das Alter und die Schuhsohlenlänge benötigt um den durchschnittlichen Z-Wert zu errech- nen. Diese Faktoren sind feste Werte die nicht geändert werden dürfen oder können.

Variable Faktoren

Den einzigen Spielraum den die DIN ISO 11088 dem Händler erlaubt eine Bindung nach Kundenwunsch härter oder weicher einzustellen, ist die Berücksichtigung Ihrer Fahrgeschwindigkeit, eingeteilt in Stufe 1, 2 oder 3, wobei die Stufe 2 der Stand- ardeinstellung entspricht. Wünschen Sie eine andere Einstellung so ist dies nur im Rahmen dieser drei Stufen zulässig und erfolgt auf Ihr eigenes Risiko.

Stufe 1: hier wird die Bindung leichter eingestellt, das bedeutet sie löst im Falle eines Sturzes schneller aus, erhöht aber auch  das Risiko einer Frühauslösung. Wählen Sie Stufe 1 nur wenn Sie sehr langsam und vorsichtig überwiegend auf leichten präparierten Pisten fahren.

Stufe 2: der Standardwert, für Skifahrer die nicht der Stufe 1 oder 3 zuzuordnen sind, also gemütlich bis schnell unterwegs sind.

Stufe 3: hier wird die Bindung stärker eingestellt, das bedeutet die Gefahr einer Frühauslösung wird reduziert, dafür erhöht sich das Risiko daß bei einem Sturz die Bindung nicht auslöst. Wählen Sie Stufe 3 nur wenn Sie aggressiv schnell unterwegs sind.

Einstellvorgang

Zur richtigen Bindungseinstellung braucht der Skifachhändler logischerweise beide Ski und beide Skistiefel. Ski, Bindung und Skistiefel müssen der aktuellen DIN-Norm entsprechen und in einem einwandfreien technischen Zustand sein. Dies hat der Skifachhändler vorher zu prüfen.

Je eine Schuh/Ski-Kombination wird zusammen eingestellt und anschließend muss der Ski mit einem Aufkleber links/rechts markiert werden. So sollten Sie die Ski später auch anziehen.

Die Bindungseinstellung darf seit 2007 nur noch mit elektronischen Bindungseinstell- geräten durchgeführt werden und der Skifachhändler muss Ihnen anschließend einen Ausdruck mitgeben auf dem neben Ihrem Namen auch die Einstellparameter sowie die Auslösewerte und der tatsächlich eingestellte Wert auf der Bindungs- skala notiert sind.

Haftung

Im Falle eines Unfalls haftet der Bindungs-Einsteller für die richtige Einstellung nach dem Produkthaftungsgesetz. Allerdings sind Sie als Geschädigter beweispflichtig, bewahren Sie das Einstellprotokoll deshalb zwei Jahre lang auf.

Nicht ganz klar ist die Haftung wenn Sie Ihren Ski im Internet kaufen und die Bindung nicht mit Ihren eigenen Schuhen prüfen lassen. Der Händler haftet normalerweise schon, wenn er den Ski in einem fahrfertigen Zustand ausliefert und Sie nicht ausdrücklich darauf hinweist, daß Sie die Bindung noch einstellen lassen müssen.

Deshalb gilt - wenn Sie Ihre Ski im Versandhandel kaufen, müssen Sie die Bindung unbedingt noch einmal bei einem Fachhändler vor Ort oder im Skigebiet einstellen lassen.

Selbsthilfe

Niemand kann Ihnen verbieten an Ihrer Bindung herumzuschrauben und diese selbst einzustellen. Es ist Ihre Gesundheit. Etwas anderes ist es, wenn Sie Dritten die Bindung einstellen, z.B. um zu tauschen oder zu testen. Ohne Erfahrung sollten Sie die Finger davon lassen. Sonst kann es sein daß nicht nur das Bein sondern auch Ihre Freundschaft zu Bruch geht.