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Verletzungsrisiko durch Skibindungen
Von etwa 8 Mio Skifahreren in D/A/CH verletzen sich jedes Jahr 60.000 so schwer, daß Sie ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen müsse. Etwa 8.000 müssen mehrere Tage in stationäre Behandung, 15 Skifahrer verunglücken tödlich.
Unfallstudien haben ergeben, daß 80% der Skibindungen nicht optimal eingestellt waren, jede zweite! lag ausserhalb des Toleranzbereiches. Mit einer technisch hochwertigen und optimal eingestellten Bindung können Sie das Verletzungsrisiko stark reduzieren. Es gibt zwei Sicherheitsrisiken die eine Skibindung bewältigen muß:
Spätauslösung
Die Grundvoraussetzung für eine Skibindung ist die rechtzeitige Auslösung bei einem Sturz durch einen Fahrfehler. Dabei öffnet sich die Skibindung vorne nach links und rechts und hinten nach oben. Gute Bindungen geben auch bei einem Rückwärtsdrehsturz den Schuh frei. Hundertprozentige Sicherheit gibt es nicht, da es auch Situationen gibt in denen der Schuh durch ungünstige Drehkombinationen in der Skibindung "verkeilt" wird. In diesem Fall werden die "Normauslösewerte" sehr stark überschritten, so daß die Skibindung nicht mehr rechtzeitig auslösen kann.
Frühauslösung
Die eigentliche Herausforderung für eine Skibindung ist aber wenn Sie mit hohem Tempo fahren. Hier muss die Skibindung einerseits starke Schläge durch Boden- wellen etc. abfangen ohne aufzuspringen und andernseits bei einem langsamen Drehsturz den Skistiefel sicher freigeben.
Beispiel: Ihre Skibindung wurde durch ein Fachgeschäft Normgerecht nach Ihren persönlichen Daten eingestellt. Bei einem normalen Sturz sollte nun jede Bindung zu- verlässig auslösen. Bei Schlägen durch Bodenwellen etc. treten jedoch Kräfte auf, die kurzfristig die Normwerte deutlich übertreffen und die Skibindung beginnt mit dem Auslösevorgang. In Sekundenbruchteilen ist der Druck jedoch wieder weg, die Bindung bricht den Auslösevorgang ab und holt den Skistiefel wieder zurück. Je elastischer Ihre Skibindung ist, desto höhere Schlagkräfte kann sie abfangen. Gelingt ihr das nicht mehr, gibt es eine Frühauslösung und Sie bekommen einen Freiflug mit anschließendem Aufschlag.
Das Verletzungsrisiko durch Früh- oder Spätauslösung ist in etwa gleich hoch. Nur der Schmerz liegt an einer anderen Stelle. Bei einer Spätauslösung macht es Aua in den Knie, Bändern und Beinknochen und bei Frühauslösung im Kopf-, Schulter- und Rückenbereich.
Kauftipps
Folgende Punkte sollten Sie beachten, bevor Sie sich für ein Skimodell entscheiden.
1. Kaufen Sie Ihr Skiset nicht nur nach den Fahreigenschaften des Carvingskis. Lassen Sie sich die Unterschiede der dazugehörigen Skibindung erklären. Oft wird ein guter Ski mit einer einfachen Skibindung verkauft, nur um einen attraktiven Preis zu bekommen. Ist Ihr Verkäufer bei der Setzusammenstellung nicht flexibel sind Sie im falschen Geschäft.
2. Warum kaufen sich schlechte Skifahrer immer die billigsten Ski und damit auch die "schlechtesten" Skibindungen? Nicht der gute Fahrer braucht die sicherste Ski- bindung, sondern derjenige der jeden Tag mehrmals "Schneeglöckchen" suchen geht. Ein Fahranfänger kauft ja auch kein Auto ohne ABS und Airbags, nur weil er ja noch nicht so gut fahren kann.
3. Für sportliche Fahrer gilt, je schneller Sie unterwegs sind desto elastischer sollte Ihre Bindung sein, damit Sie auch bei starken Schlägen bei hohem Tempo in der Normeinstellung keine Frühauslösungen haben. Natürlich können Sie Ihre Bindung einfach weiter zudrehen wenn diese öfters zu früh auslöst. Wenn Sie jedoch das nächste Mal in einer Buckelpiste hängen bleiben, kann es sein daß die Bindung auch hier zu bleibt. Autsch!
Die beste Skibindung bringt nichts, wenn sie nicht regelmässig kontrolliert und fachmännisch eingestellt wird.


