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Taillierung


Während früher bei den klassischen Ski die Fahreigenschaften überwiegend über Biegehärte, Torsionssteifigkeit und Druckverteilung gesteuert wurde, hat man heute mit dem Faktor Taillierung eine neue Dimension im Skibau erreicht.

Unter Taillierung versteht man das Verhältnis von Schaufelbreite-Skimitte-Skiende. Dieses wird in der Regel als Radius auf dem Ski aufgedruckt.

blau: schwache Taillierung/großer Radius
rot: starke Taillierung/kleiner Radius

Wie wirkt sich die Taillierung aus?

Die Taillierung bestimmt wie schnell bzw. wie stark der Ski in die Kurve zieht, wenn der Ski auf die Kante gestellt wird. Je stärker die Taillierung desto kleiner wird der natürliche Kurvenradius. Hatten klassische Ski noch einen natürlichen Kurvenradius von etwa 40m schwankt der Radius bei den aktuellen Pistenski zwischen 10-13m (Slalomcarver) und 16-19m (All-Mountain-Carver).

Leider wird der Begriff natürlicher Radius oft falsch interpretiert und pauschal behauptet, ein Ski mit einem kleinen Radius drehe leichter als einer mit einem großen Radius. Richtig ist, die Taillierung besteht aus drei Bereichen welche unterschiedliche Auswirkungen auf das Drehverhalten des Skis haben.

Der Einzug im Schaufelbereich

Darunter versteht man das Verhältnis von Schaufelbreite zur Breite in der Skimitte. Ich habe hierfür die Kennzahl "Servo-Index" entwickelt, Anhand der man Ski des selben Skityps miteinander vergleichen kann.

Hat der Ski einen hohen Servo-Index, wirkt die Schaufel beim Aufkanten wie eine Servolenkung beim Auto und zieht den Ski automatisch in die Kurve. Nachteile: lange Schwünge können nicht gleichmässig gesteuert werden, da der Ski immer versuchen wird seinen (engen) Radius zu fahren. Bei sehr torsionssteifen Ski mit hohem Servoindex ist teilweise ein sehr hoher Kraftaufwand beim Aufkanten nötig.

Die Skimitte

Hier gilt, je schmaler der Ski desto kleiner ist der Aufkantwinkel. Schmale Ski reagieren schneller und man bringt bei niedrigeren Geschwindigkeiten mehr Druck auf die Kante. Je breiter der Ski, desto träger reagiert er beim Aufkanten, bei gerutschten Schwüngen wirkt sich die Breite nicht aus.

Das Skiende

Auf für das Skiende habe ich ein Kennzahl, den "VX-Index". Dieser zeigt an, ob der Ski hinten eher gering "V-förmig" oder eher stark "X-förmig" ausgestellt ist.

Ein Ski mit einem niedrigen "VX-Index" ist besser geeignet für gerutschte oder gedriftete Schwünge, da man diese Ski hinten besser wegschmieren lassen kann.

Ein Ski mit einem hohen "VX-Index" hat eine stärkere Führung wenn man mit dem Ski "carvt", also einen gezogenen Schwung auf der Kante fährt.

Skihärte und Taillierung - so wird daraus der perfekte Ski gebaut  weiter...