Die Basis meines Skilängen-Rechners


Vielleicht fragen Sie sich, auf welchen Grundlagen mein Skilängenrechner aufgebaut ist und warum so etwas niemand anderes verwendet. Hier gibt es die Antwort:

So lauten die allgemeinen Empfehlungen

Wie Sie in den allgemein üblichen Längenempfehlungen der Industrie und den Medien entnehmen können, werden dort nur ungefähre Angaben zur Skilänge gemacht, z.B. Körpergröße minus 10-20cm. Etwas anderes ist auch nicht möglich, da die Längenberechnung für jeden Einzelnen zu komplex ist um diese in wenigen Sätzen optimal darzustellen.

Ein unerfahrener Verkäufer wird sich deshalb ausschließlich an Ihrer Körpergröße orientieren, weil es in der Presse ja so geschrieben steht. Für Ihn ist ein überge- wichtiger Freizeitskifahrer und ein durchtrainierter Sportler das Selbe. Auch die Konstruktion des Skis und seine individuellen Fahreigenschaften werden meist nicht berücksichtigt. Dabei ist es ein großer Unterschied ob ich einen stark taillierten, drehfreudigen Ski verkaufe oder ein schwach tailliertes laufruhiges Modell.

So arbeitet mein Rechner bzw. ein Skispezialist

Wenn Sie heute zu einem Skipezialisten gehen, wird er das "Programm" meines Rechners automatisch mit Ihnen durchgehen. Er taxiert Sie Anhand Ihrer Erscheinung und Ihren Aussagen zur Fitness und überträgt diese Daten dann auf das von Ihnen gewählte Skimodell. Nichts anderes macht mein Skilängenrechner auch. Es ist also nichts Aussergewöhnliches sondern nur die Summe meiner Erfahrungen in eine Tabelle verpackt.

Der Unterschied?

Um Ihnen die Unterschiede zwischen einer individuellen Skilängenberechnung eines Spezialisten und einer pauschalen Längenempfehlung deutlich zu machen, hier ein Beispiel:

Drei Skifahrer, alle 75kg schwer, einer 165cm, einer 175cm und einer 185cm groß. Alle haben das selbe Fahrkönnen, die selben Fahrgewohnheiten und alle sind mittelmässig trainiert. Also theoretisch identische Bedingungen bis auf die Höhe des Kopfes. Die schwarzen Ski würden sie bekommen wenn man nach dem System Körpergröße geht, die Blauen nach einer Berechnung nach meiner Formel bzw. bei der Beratung durch einen Skispezialisten. Gibt es eine logische Erklärung, warum der 185cm-Mann einen längeren Ski fahren muss, nur weil seine Augen 10cm weiter oben sind? Oder der gut gebaute 165cm-Mann eine Damenlänge fahren muss?

Skilängeempfehlung

Das Selbe gilt auch für einen Skiläufer der unterschiedliche Skitypen auswählt. Auch hier gibt es je nach Radius und Skityp bis zu 20cm Unterschiede in der Skilänge. Beispiel sportlicher Skifahrer, PRW 80, Körpergröße 180cm, 75kg schwer: 

Längenempfehlung Carvingski

von links nach rechts: Slalom-Carver, GS-Racecarver, Allroundcarver Piste, Allroundcarver All-Mountain, Freerider XXL. Die Bandbreite 165-192cm. Alle für den selben Fahrer, nur für unterschiedliche Pistenverhältnisse und Schwungarten. 

Wie läuft eine optimale Längenbestimmung ab?

Wenn Sie zu mir kommen würden um einen Ski zu kaufen, würde ich Sie zuerst körperlich "begutachten". Wie ist Ihr Körperbau, wie sind Ihre Bewegungen, sind Sie klein und zackig oder groß und behäbig etc. Beim Verkaufsgespräch erfahre ich dann wie gut Sie fahren, wo Sie fahren, wie schnell Sie fahren, wie oft Sie fahren und welche Probleme Sie mit Ihrem letzten Ski hatten. Aus all diesen Informationen stelle ich Ihnen dann die am besten geeigneten Ski in der nach meiner Ansicht nach optimalen Länge hin. Voraussetzung dafür ist, daß ich die Eigenschaften jedes Skis möglichst aus eigener Fahrpraxis kenne und richtig beurteilen kann.

In den meisten Fällen funktioniert das problemlos, weil die Empfehlungen im Toleranz- bereich der Längenangaben der Presse liegen. Probleme gibt es jedoch bei kleineren Skifahrer/innen welche sehr sportlich sind. Hier kommt es vor, daß die empfohlene Skilänge über Körpergröße geht und dann schrillen bei den meisten die Alarmglocken! In der Zeitung steht doch, auf keinen Fall über Körpergröße! Und dann brauche ich selbst als anerkannt guter Skiberater manchmal gute Argumente.

Ein (zugegebener Maßen extremes) Beispiel aus einem meiner Verkaufsgespräche. Ein langjähriger Kunde von mir, 50 Jahre alt, 165cm groß, 80kg schwer, ein sehr guter Skifahrer der 20 Jahre lang immer Skilängen über 200cm gefahren hat kommt mit seiner neuen Lebensabschnittsgefährtin welche ein Kopf größer ist ins Geschäft um einen neuen Carvingski zu kaufen.

Aus meiner Erfahrung stelle ich ihm einen 180er Racecarver hin, weil ich weis daß er sehr schnelle und weite Schwünge fährt. Er selbst vertraut mir blind, aber seine Begleiterin (Skilehrerin!) blöckt mich sofort an daß ich keine Ahnung habe, Ihr Freund sei ja nur 165cm groß und braucht maximal 160cm Skilänge. Mein Kunde hat nur tief geschluckt, ich war perplex weil Sie im vollen Geschäft so herumgeschrien hat.

Bevor ich reagieren konnte, hat Sie den armen Kerl geschnappt und ist aus dem Laden gestürmt mit der Bemerkung daß die hier keine Ahnung haben. Er hat dann in einem anderen Geschäft einen 160er Slalomcarver "gekauft" bekommen und ein Jahr später, diesmal ohne Beraterin, bei mir doch den 180er gekauft weil er mit dem kurzen Ski nicht klar gekommen ist. Ein teurer Fehlkauf nur weil seine trendbewusste Freundin damals irgendwo gelesen hat, daß man aktuell Slalomcarver unter Körpergröße fährt.

Was lernen wir daraus? Wenn Sie ausserhalb der Norm liegen, brauchen Sie auf die Norm keine Rücksicht nehmen. Dann müssen Sie Ihren Instinkten folgen.